Reise nach Dublin: Tag Zwei

Gestern musste ich meinen Text natürlich nach dem Ausgehen am Abend verfassen, heute kann ich das etwas früher erledigen. Warum das so ist, werde ich im Folgenden erklären. Tag 2 in Dublin hielt erneut einige Überraschungen bereit, bestätigte aber eben auch einige Befürchtungen. Doch beginnen wir mal ganz von vorne.
Natürlich waren wir alle ziemlich müde nach dem gestrigen Tag; klar hatten wir im Hotel etwas “nachgeschlafen”, doch auf die Dauer war auch das nicht genug. Ich konnte also bis 10 Uhr schlafen; meine lieben Herren Kameraden weckten mich eher unsanft, aber bestimmt – und mit aufgetankter Energie konnte der Tag beginnen.
Ursprünglich hatten wir uns überlegt, eine geführte Stadt-Tour zu unternehmen; Dublin bietet ein Hop-On / Hop-Off-System für die netten Ausländer alias Touristen wie wir es sind. Das heisst, dass man mit den Doppelstöcker-Bussen, die dafür vorgesehen sind, zu den Sehenswürdigkeiten reisen kann, inklusive Kommentar eines Reiseführers. Kostenpunkt: 18 Euro. Wir entschieden uns, das Geld zu sparen und dies auf eigene Faust zu versuchen. Den ersten Halt legten wir in der Guinness-Brauerei ein. Ich weiss, das ist keine besondere Überraschung, wenn man mich kennt.
Obwohl die Tour interessant war, bin ich im Nachhinein etwas enttäuscht: Den wirklichen Brauprozess konnte man nämlich nicht ansehen; vielmehr steht für die Touristen das Guinness-Storehouse zur Verfügung; im Prinzip ist das die alte Brauerei, die zu einem Museum aufgemotzt wurde. Der Eintritt kostete satte 14 Euro – Das ist viel Geld für zwei Stunden Beschäftigung. Ich denke, dass viele Touristen diesen Betrag diskussionslos bezahlen, weil man schief angesehen wird, wenn man in Dublin war, ohne dort vorbei zu gehen. Eigentlich ist das so eine Art Gruppenzwang.
Die Ausstellung des Storehouse war ziemlich interessant, der Brauprozess wurde detailliert erklärt; dennoch sind es meist Filme und Bilder, welche diese Aufgabe erledigen. Im Prinzip ist man also auf mediale Unterstützung angewiesen, um die Touristen abzufertigen. Andererseits muss man auch einsehen, dass die Angestellten der Brauerei gar nicht mehr zum arbeiten kämen, wenn solche Mengen Touristen täglich die wirkliche Brauerei besuchen würden. Ausserdem darf nicht vergessen werden, dass man auch hier ziemlich paranoid ist, was das exakte Rezept des Bieres angeht.
Am Schluss der Tour erwartete die Touristen ein kostenloses Pint zuoberst im Store-House, von wo aus man eine geniale Aussicht auf ganz Dublin geniessen konnte. Doch auch hier war die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, da wir nicht die einzigen waren, die ihr Pint trinken wollten.
Am Nachmittag schlenderten wir noch etwas durch die Stadt und kauften in einem Supermarkt ordentlich Junkfood: Wir hatten uns kurz zuvor entschieden, am Donnerstag zu den “Cliffs Of Moher” zu reisen – Diese stellen eine der eindrucksvollsten irischen Szenerien dar. Deshalb brauchten wir ein Picknick.
Mit dieser Entscheidung waren auch noch andere Konsequenzen verbuden. Aus diesem Grund gingen wir heute nicht bis in alle Ewigkeit feiern. Die Reise wird nämlich um 06:50 Uhr starten. Wir werden also einmal mehr unter Schlafmangel leiden. Aber wir sind ja jung. Schlafen können wir, wenn wir irgendwann mal eine AHV beziehen. Falls es diese bis dahin überhaupt noch gibt.
Nach dem zweiten Tag des Konsums von dunklem Bier muss ich ausserdem zugeben, dass ein kühles Blondes heute Abend wieder einmal eine pure Wohltat war – Vielleicht ist das Irish Stout einfach zu hart für mich. Wie auch immer: Danke für’s Lesen, falls ihr es bis hierher geschafft habt. Cheers!

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Über Bond13

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3 Antworten zu Reise nach Dublin: Tag Zwei

  1. Tina schreibt:

    Wir waren letztes Jahr in Dublin und natürlich auch in der Guinness-Brauerei…. Ein wenig enttäuscht waren wir auch, allerdings hat uns die tolle Aussicht auf Dublin dann wieder entschädigt ;0) Viele Grüße Tina

    • Bond13 schreibt:

      Hallo, vielen Dank für den Kommentar! Es ist ausserdem gut zu hören, dass ich nicht der einzige bin, der etwas zu nörgeln hat. Aber als Tourist hat man natürlich schon etwas höhere Erwartungen. Vor allem bei diesem Preis. Die Aussicht ist natürlich einmalig!

  2. Eva schreibt:

    Irgendwie war es schon klar, dass der Eintritt so hoch war bzw. ist. Touristen werden doch überall abgezockt bis es nicht mehr geht.
    Aber 14 Euro ist wirklich hammer viel. Muss sagen auch wenn ich mega in ein Museum gehen wollen würde, diesen Preis zu zahlen wäre es mir nicht wert.

    Auf Reisen schläft man immer weniger. Und nachschlafen kann man auch nicht. Hauptsache du hattest eine schöne Zeit und dir hat Irland gefallen.
    Hast denn Bilder auch davon?

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