Gedanken zum Verbot der Plastiksäcke

(Freiburger Nachrichten, 25.03.2013)

Wenn es schnell gehen muss, kaufe ich mein Mittagessen gerne zwischendurch bei Coop im Fribourg Centre oder in der Migros. Aber was, wenn die Plastiksäcke weg sind? Wohin mit dem Kartoffelsalat, dem Sandwich, dem Dessert und der Trinkflasche? Ich könnte meine zwei Jackentaschen füllen. Dann sehe ich aber dick aus. Und es wären erst zwei Dinge verstaut. Oder ich benutze einfach meine zwei Pfötchen. Wenn der Bus genügend überfüllt ist, muss ich mich ja vielleicht gar nirgends festhalten, um nicht hinzufallen. Zum Glück habe ich aber noch eine Brusttasche aussen an meiner Jacke. Schade, bloss eine Attrappe. Es war halt ein Billigmodell, als Student muss man schliesslich schauen, wo man bleibt.

Was, wenn die Plastiksäcke weg sind? Darf ich dann keine Spontankäufe mehr machen? Muss ich immer meine eigene Tüte dabei haben? Oder muss ich jedes Mal eine Papp-Tasche kaufen? Das ist nun wieder typisch Schweiz: Man wird sogar dafür noch abgezockt, obwohl die Gewinnmarge der Grossverteiler bei zehntausend Prozent liegt. Vielleicht werden sie aber bald gratis und en masse abgegeben. Dann holzen wir halt Wälder ab. Hauptsache, wir können nachts mit gutem Gewissen schlafen, wenn wir kein Plastik mehr in den Müll werfen.

Vielleicht gibt es aber auch neuere und ökologischere Säcke. Der Bundesrat hat ja jetzt genug Zeit, sich der weltbewegenden Frage zu widmen, welche Säcke denn nun im Ein- zelnen gemeint sind, obwohl es jedermann weiss. Die an der Kasse, nicht die für Gemüse und Früchte. Das wäre ja dann schon ein bisschen übertrieben.

Was also, wenn die Plastiksäcke weg sind? Nun, ich könnte mir eine neue Jacke kaufen. Oder ich nehme einfach keine Bücher mehr mit in meiner Uni-Tasche, dann ist da genug Platz. Oder ich kaufe mir eine einzige, vom anderen Teil der Erde eingeflogene Gurke, die eine Öko-Bilanz aufweist, dass mir Hören und Sehen vergehen. Dann ist es mir ja erlaubt, ein Säckli zu nehmen. Dort könnte ich dann meine restlichen Einkäufe unterbringen und später meinen Kartoffelsalat mit Gurken-Scheibchen aufpeppen. Wenn mich die Polizei aber gerade nicht kontrolliert, lasse ich das mit dem Beigemüse. Und wenn die Verkäuferin an der Kasse motzt, dann mache ich einfach einen auf Tourist.

Oder ich setze mich einfach auf den Boden und weine. Erste-Welt-Probleme können einen einfach schon fertigmachen.

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Parallelgesellschaften oder das Leben als Chamäleon

Manchmal fühlt es sich an der Universität fast so an, als ob man sich fernab jeder Realität aufhält. Ich sitze in einer Vorlesung, die von einem deutschen Professor vorgetragen wird. Es werden literarische Entwicklungen besprochen, die im Rahmen der Germanistik untersucht werden.
Irgendwie fühle ich mich hier fremd, fehl am Platz, die ganze Situation wirkt für mich gestellt, unnatürlich. Ja, Deutsch ist meine Muttersprache. Und doch wieder nicht. Schweizerdeutsch ist mehr als nur ein Dialekt, sondern auch ein Kulturträger. Aber liegt der Ursprung dieses befremdlichen Gefühls wirklich in diesem Unterschied?
Einen Teufel werde ich tun, mich als Deutschen-Hasser brandmarken zu lassen. In meinen Adern fliesst auch deutsches Blut. Der enge Kontakt zu dieser anderen Kultur, den ich seit der Wiege pflege… Ich kenne die Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Hier an der Universität sind wir Germanisten eine kleine Familie. Doch gerade an der Sprachgrenze der Schweiz ist diese Wissenschaft besonders interessant. Dennoch – die Realität sieht anders aus. Wer kein Französisch spricht, kann hier in Freiburg zwar überleben. Aber ob man sich so auch integrieren kann?
Wir befassen uns mit der deutschen Sprache, mitten in einer grösstenteils französischsprachigen Stadt. Wir machen unser akademisches Ding, hantieren mit Theorien, während da draussen die meisten eine völlig andere Perspektive haben und mit knallharter Praxis konfrontiert sind. Sie werden uns niemals verstehen – und wir sie auch nicht.
Wenn ich dann die Universität verlasse, frage ich mich manchmal: Was mache ich hier eigentlich den ganzen Tag? Es sind die Folgen eines Kulturschocks. Wenn ich jetzt diskutieren will, dann sicher nicht in Schriftsprache. Vielleicht auf Schweizerdeutsch. Oder – und das ist weit wahrscheinlicher – auf Französisch.
Sobald die übergrosse Tür am Haupteingang hinter mir ins Schloss fällt, sind die Themen, mit welchen ich mich den ganzen Tag befasst habe, in meiner Tasche, wo sie auch bleiben. Ich bin zurück in der Realität. Natürlich muss ich mich auch ausserhalb dieser Mauern damit befassen. Doch auch dann – ich tue das alleine oder mit Gleichgesinnten.
Das bedeutet: Sobald ich diese Institution verlasse und im Getümmel des Feierabends versinke, muss ich mich anpassen. Manchmal fühle ich mich, als führte ich hier ein Doppelleben. Wenn ich die Dame im Kiosk ansprechen würde, als ob ich mit einem Professor spräche, dann würde sie mir wohl nur einen verständnislosen Blick schenken.
Die meisten meiner engen Freunde sind keine Akademiker. Ja, ich habe auch Freunde hier an der Uni. Aber von denjenigen, die ich am längsten kenne, studiert niemand an einer Universität. Und niemand beschäftigt sich mit Germanistik. Ich muss mich also auch hier anpassen.
Vermutlich sollte ich mich bei der Stadt Freiburg nicht nur für meine Zweisprachigkeit bedanken, sondern auch dafür, dass sie mich zu einem wahren Anpassungs-Künstler gemacht hat, einer Art menschlichem Chamäleon.
Noch viel interessanter ist jedoch eine ganz andere Frage: Bin ich also nur ein halbherziger Akademiker? Habe ich den falschen Weg eingeschlagen?
Ich glaube nicht. Für meine Freunde war ich schon immer eine Art Braniac, der sich manchmal etwas zu gewählt ausdrückt. Das ist im Prinzip eine Absage an meine Qualitäten als Chamäleon. Aber meine Wurzeln sind in dieser Welt zu finden; in einer Welt, die sich nicht um ein akademisches Zentrum dreht.
Ich sehe das als Chance. So ist im Prinzip die Voraussetzung gegeben, nicht einer unterschwelligen Arroganz zu verfallen. Wie narzisstisch ist doch die Forderung, Wissenschaft für ein wissenschaftliches Publikum zu betreiben. Es gilt, sich stets vor Augen zu führen, welche gesellschaftliche Verpflichtung man als Akademiker zu erfüllen hat. Sie soll Erklärungen liefern, die Welt verstehbar machen. Sie muss – in gewissem Umfang – für jeden verständlich gemacht werden können. Eine Aufgabe, welcher die Betreiber von Wissenschaft nicht immer nachgekommen sind.
Als zukünftiger Lehrer kann das zu meinem Lebensziel werden: Komplexes verständlich zu vermitteln und Motivation und Begeisterung weiterzugeben, ohne jemals zu vergessen, wer ich bin.

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CD – Review: The Sorrow – Misery Escape

(C) 2012 by Nuclearblast

(C) 2012 by Nuclearblast

Das erste Lied, das ich von der Österreicher Prügeltruppe The Sorrow zu hören bekam, war “Knights Of Doom”. Das genügte, um mich zum Fan zu machen. Ich habe seitdem jedes einzelne ihrer Alben gekauft und wurde nie enttäuscht. Auf jedem Longplayer waren Verfeinerungen in Sound und Komposition zu bemerken, kurz: Die Jungs sind immer besser geworden. Leider haben sie bis heute nicht den Bekanntheitsgrad erreicht, den sie verdienen. Aber – und das ist vielleicht die zentrale Frage – wo sind The Sorrow auf dem Markt der Metalcore-Musik anzusiedeln?

Allgemein kann man der gesamten Szene attestieren, dass sie in den vergangenen zwei oder drei Jahren immer mehr Qualitätsmusik hervorgebracht hat – man konsultiere dazu meine älteren Reviews. Ich kann mir dieses Phänomen nur so erklären: Metalcore ist eine sehr moderne Form der Metalmusik, die vor 20 Jahren noch nicht so existierte wie heute. Der Stil begeisterte vor allem ein junges Publikum und wurde auch von jungen Künstlern produziert. In Zwischenzeit sind die Musiker herangereift – aus Teens sind Erwachsene geworden. Meiner Meinung nach hört man das bei vielen Bands. Und die Neulinge, die jetzt noch einsteigen, werden von alten Genre-Grössen immer beeinflusst. Ich denke da namentlich an Urgesteine wie As I Lay Dying oder Killswitch Engage.
Meine Theorie ist, dass The Sorrow ihrer Zeit vielleicht etwas voraus waren – Sie haben schon immer Metalcore für Erwachsene gespielt, auch vor sieben Jahren auf ihrem Debüt. Ich glaube, dass The Sorrow mit ihrem bereits vierten Album “Misery Escape” diesmal genau den Nerv der Zeit treffen werden. Alles, was die Band in der Vergangenheit richtig gemacht hat, ist da; die Schwächen sind elminiert. Alle Alben, welche die Band bis jetzt veröffentlicht hat, waren nötig, um “Misery Escape” zu ermöglichen. Um das Review nicht komplett ausufern zu lassen, werde ich nur auf einzelne Stücke genauer eingehen.

Der Opener “Retracing Memories” feuert eine Doublebass-Salve ab, bis der erste Scream in einen brachialen Breakdown mündet. Dann spielt die Leadgitarre eine epische Schlachtfeld-Melodie, welche von einem simultanen Breakdown begleitet wird, das wie eine Art Fausthieb auf den Hörer eindrischt und so Kontraste schafft. Ein Intro mit einer solchen Wucht macht einfach nur Spass. “The Escape” ist ein langsamer gehaltener Track, der sehr viel Groove und wieder viel Melodik bietet, bevor die Doublebass wieder losbrettern darf. Die Bridge leitet in einen von tiefem Cleangesang dominierten Chorus, bis die Herren an der Gitarre mit einem Solo aufhorchen lassen. “My Oblivion” ist von der Geschwindigkeit her eine wahre Freude. Der Refrain ist besonders eingängig gestaltet, worauf aber sofort wieder ein Brutalo-Part. “A Thin Red Line” ist wohl der härteste Song der ganzen Scheibe. Dass man hier keine Gefangenen macht, ist ab den ersten Klängen nicht zu überhören. Es ist auch der einzige Song, in welchem auf Clean-Gesang verzichtet wird. ”Perspectives” glänzt mit tollen Rhythmus-Wechseln, die von extrem groovig bis extrem schnell reichen. Cool finde ich auch, dass The Sorrow hier nicht der Mode der Blastbeats erliegen – es geht auch ohne. Und wie!

Was kann man insgesamt über das Album sagen? Zuallererst müssen die Vocals von Mathias Schlegel gelobt werden: Sein Gesang machte schon immer die Identität der Band aus. Er hat sich noch verbessert, die Screams sind aggressiv wie noch nie. Doch vor allem der cleane Gesang hat eine Steigerung erfahren. Dieser Mann kann singen!
Die Song-Kompositionen sind nun eingängiger denn je – aber es sind auch mehr Details und musikalische Spielereien als zuvor eingebaut. Genau darin liegt der Reiz dieses Albums: Es ist den Österreichern gelungen, einen perfekten Kompromiss zwischen kommerzieller Ausrichtung und dem Qualitätsanspruch begabter Musiker zu erreichen.
Auch an den Instrumenten merkt man der Band die Erfahrung an: Alles ist perfekt getimt und auf den Punkt gespielt. Die einzelnen Elemente sind genau so im Song platziert, dass sie die maximale Wirkung erzielen.

Fazit: The Sorrow haben sich stetig weiterentwickelt und haben ihren Sound nun endgültig gefunden. Doch damit nicht genug: “Misery Escape” ist ohne Zweifel das beste Album, das die Band bis jetzt veröffentlicht hat und eines der besten Metalcore-Alben des Jahres 2012. Mit dem Plattenvertrag bei Nuclearblast Deutschland kann nun völlig durchgestartet werden. Eine klare Kaufempfehlung für “Misery Escape”, ohne Wenn und Aber. Die Jungs verdienen es.

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Jubiläum

In letzter Zeit habe ich hier wenig Texte veröffentlicht. Wenn die Inspiration fehlt, dann hat es keinen Sinn, etwas zu forcieren. Besonders dann, wenn die Qualität darunter leidet. Ja, manchmal geht es sogar mir so, dass ich etwas schreibe und denke: “Was ist denn das für ein Mist!”. Aber ich fühle mich nun motiviert, meiner Leidenschaft wieder nachzugehen.
Und welcher Tag wäre da schon besser als der heutige? Genau vor sieben Jahren habe ich das Projekt Bond13 Blog gestartet. Ich war nicht nur wesentlich jünger, sondern auch in einer ganz anderen Phase meines Lebens. Ich glaube, meine menschliche Weiterentwicklung auch in den Texten ausmachen zu können.
Inzwischen bin ich erwachsen geworden, habe neue Rechte und Verantwortungen. Die Gesellschaft stellt laufend Erwartungen an junge Menschen, die es zu erfüllen gilt. Etwas, das mich bei dieser schwierigen Aufgabe stets unterstützt hat, ist das Schreiben.
Meine Damen und Herren, genau deswegen möchte ich mich herzlich bei Euch allen bedanken: Ihr habt über die Jahre viel Treue bewiesen und 2012 zu einem Rekordjahr gemacht. Noch nie gab es auf dieser Seite so viele Besucher, es gab einen Besucherrekord für einen einzigen Tag, für einen Monat und insgesamt – wie gesagt – für das ganze Jahr.
Aus diesem Grund möchte ich 2013 mit Vollgas durchstarten und weiterhin meinem Motto treu bleiben – Texte. Bewegen. Wenn ich an etwas glaube, dann ist es die Macht der Worte. Dieser Platz im Internet gehört nur mir alleine – also gestalte ich ihn so, dass ich stolz darauf sein kann.

An alle, die das lesen: Vielen, vielen Dank.
Cheers, Bond13.

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Mami, warum sind die Menschen in der Zeitung so wütend?

Neulich im Zug. Die Morgensonne überzieht die Landschaft mit einem blendenden Glanz. Durch die Kopfhörer dröhnt “It Dwells In Me” von All That Remains. Im Abteil nebenan sitzt eine Mutter mit ihrem kleinen Sohn, vielleicht drei bis vier Jahre alt. Auf dem kleinen Tischchen liegt eine Zeitung. Schwere Krawalle in Griechenland. Im Süden Nichts Neues.

Sohn: “Du, Mami, warum sehen die Menschen auf dem Bild so böse aus?”

Mutter: “Weisst Du, das ist sehr schwierig zu erklären. Die sind einfach wütend.”

Sohn: “Warum sind die denn wütend?”

Mutter: “Sie protestieren auf der Strasse, weil sie unzufrieden sind.”

Sohn: “Aber warum denn?”

Mutter: “In Griechenland müssen die Leute jetzt viel mehr arbeiten und viel Geld sparen.”

Sohn: “Aber warum sind die dann böse? Wenn sie fleissig sind und das Sparschwein voll ist, sind sie doch reich!”

Mutter: “Darum sind sie auch unzufrieden. Die Menschen in Griechenland haben ganz viel Geld in ihr Sparschwein geworfen, aber jetzt ist es trotzdem leer.”

Sohn: “Warum?”

Mutter: “Weisst du, die Anführer der Griechen… die hatten selber nie ein Sparschwein und haben viel Geld ausgegeben.”

Sohn: “Aber Mami, wie können die denn viel Geld ausgeben, wenn die gar kein Sparschwein haben?”

Mutter: “Sie haben es den anderen weggenommen.”

Sohn: “Aber man darf doch nicht stehlen!”

Mutter: “Das stimmt.”

Sohn: “Und die Griechen sind jetzt wütend, weil sie jetzt noch mehr sparen müssen, damit das Sparschwein wieder voll wird?”

Mutter: “Richtig. Und dafür müssen sie jetzt mehr arbeiten.”

Sohn: “Du, Mami? Wenn mein Sparschwein voll ist und ich reich bin, nimmt mir dann auch jemand mein Geld weg?”

Kartenhäuser. Millionen. Rettungsschirme. Milliarden. Die Fragen eines Kindes. Unbezahlbar. Es bricht mir beinahe das Herz.

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CD – Review: Promethee – Nothing Happens. Nobody Comes, Nobody Goes.

(C) 2012 EmuBands Under Licence From Promethee

Promethee sind eine fünfköpfige Metalcore-Band aus Genf. 2010 gab es den ersten Auftritt vor einem grossen Publikum am Greenfield-Festival in Interlaken; im Vorfeld hatten Fans die Band mittels einem Voting auf die Bühne gewählt. In den folgenden Monaten spielte die Gruppe viele Shows und ging von Konzert zu Konzert mit Songs, die man teilweise auf der selbstbetitelten EP finden konnte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Debüt-Album erscheinen würde. Am Samstag 13. Oktober 2012 war es dann so weit: Im Nouveau Monde in Fribourg / Freiburg wurde anlässlich des “Full Metal”-Konzertabends die Plattentaufe abgehalten. Eine weitere Band also, die einfach kommerziell ausgerichteten Metalcore produziert?

Um die Antwort auf diese Frage gleich frühzeitig zu beantworten: Die fünf sympathischen Genfer als Metalcore-Institution zu bezeichnen wäre schon fast eine Beleidigung. Natürlich sind Elemente dieser Stilrichtung vorhanden – doch sie werden auf “Nothing Happens. Nobody Comes, Nobody Goes.” geschickt mit anderen Stilrichtungen vermischt.
Nehmen wir als Beispiel den Song “Sickness Unto Death”. Nach einem rhythmisch anspruchsvollen Intro spielt die Leadgitarre einen tonleiterartigen Gitarrenlauf, während dazu ein Riff zu hören ist, das man intuitiv eher dem Death-Metal zuordnen würde. Würde man jetzt noch durchgehenden Blastbeat einbauen, könnte das Stück ebensogut der Feder einer Black-Metal-Band entstammen.
“Thus Spoke” erinnert etwas an die Frickel-Eruptionen von Revocation. Diesen Eindruck hat man aber auch noch an anderen Stellen. Das liegt ganz einfach daran, dass Promethee stark technisch ausgerichtete und komplexe Songs spielen. Dies wurde auf der EP bereits angedeutet, kommt nun aber auf dem Debüt-Album noch stärker zur Geltung.
Dann gibt es auch Stellen, die in typischer Metalcore-Manier einfach gnadenlos knallen. Aber auch hier wird nicht einfach stumpf losgeholzt – wirklich reine Breakdowns gibt es selten. Es wird immer eine Melodie beigefügt, womit eine Art roter Faden geschaffen wird, der das ganze Album durchzieht. Immer wieder gibt es auch ruhigere Stellen, die das Thema des Songs erneut aufnehmen oder varieren. So wird klar, dass beim Songwriting viel Wert auf Detailreichtum gelegt wurde.
Die Produktion ist für eine Band, die noch bei keinem Plattenlabel unterschrieben hat, bemerkenswert. Passend zu der anspruchsvollen Instrumentalisierung sind Gitarren, Drums und Vocals sauber differenziert. Typisch für Bands, die zumindest ansatzweise Metalcore spielen: Der Bass ist kaum hörbar. Das ist etwas schade, fällt aber bei einem solch melodischen Album nicht stark ins Gewicht, da der Fokus ja auch anderswo liegt. Die Vocals müssen auch gelobt werden; sie sind kraftvoll und aggressiv, während auf Clean-Gesang verzichtet wird – zum Glück!

Fazit: Insgesamt hinterlässt das Debüt-Album der Genfer einen äusserst soliden Eindruck. Ich glaube zwar, dass da noch mehr geht, aber Promethee haben ihren Sound sicherlich schon gefunden. Sie spielen intelligenten, mit fremden Stilelementen angereicherten Metalcore, der mit komplexen Strukturen, einer überragenden Instrumentalisierung und Melodik punkten kann. Ich glaube, dass eine Weiterentwicklung in diese Richtung der Band eine goldene Zukunft bescheren wird.

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Gemeinde Kerzers führt digitales eKonto ein

Kerzers FR. Als erste innovative Gemeinde der Schweiz führt Kerzers ein digitales eKonto mit Einsicht auf die eigenen Einwohnerkontrolle Daten ein. Das Portal der Gemeinde Kerzers mit integriertem eKonto vereinfacht die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürger.

Die Gemeinde Kerzers geht neue Wege: Mit der Einführung des eKontos erhalten die Einwohnerinnen und Einwohner einen einfacheren Zugang zur Gemeindeverwaltung. Im persönlichen Konto können die Kontaktdaten überprüft und bearbeitet, gewünschte Benachrichtigungen und News-Dienste abonniert sowie offene Rechnungen eingesehen werden. Die Gemeinde Kerzers geht mit dem eKonto auf die Bedürfnisse der Bevölkerung nach mehr Flexibilität und erweiterten Online-Diensten ein. Damit wird sie ihrem Anspruch bezüglich Kundenfreundlichkeit im Sinne ihres Leitsatzes „Die Gemeinde – Ihre Partnerin“ gerecht.

Sicheres Login (Identifikation) dank Post SuisseID

Für ein sicheres Anmeldeverfahren sorgt die SuisseID, der schweizerische Standard für sichere Identifikation und digitale Signatur. Mit der Post SuisseID,  welche als USB-Stick von der Schweizerischen Post angeboten wird, ist der Zugriff von überall her rund um die Uhr gewährleistet.

Die Gemeinde Kerzers will das neue eKonto Angebot allen Bürgern zugänglich machen und bietet deshalb die Post SuisseID im Wert von 79 Franken sowie die Beglaubigung der Identität im Wert von 10 Franken kostenlos an.

Vorteile für Verwaltung und weitere Ausbauschritte

Das eKonto vereinfacht die Verwaltung und hilft, den Papierverbrauch zu senken. Zudem will die Gemeinde die Interaktion mit der Verwaltung und ihren Bürgern fördern.

Die Portalfunktionen des eKontos werden laufend ausgebaut. Die zukünftigen Ausbauschritte sind in enger Zusammenarbeit mit den beiden Partnern RUF Informatik AG und der Schweizerischen Post geplant, mit welchen das eKonto realisiert wurde. Das Potenzial für weitere eKonto-Applikationen ist gross. Die Gemeinde Kerzers rüstet sich für die Zukunft, um den Bedürfnissen ihrer Bürger als attraktive Gemeinde gerecht zu werden.

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